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Investitionen in die Sicherheit lohnen sich aber in der Regel schon deshalb, weil sie die Gefahr von Unfällen und Anlagenschäden verringern Richtig interessant wird es aber, wenn die Sicherheitstechnik auch noch die Betriebs- und Instandhaltungskosten senkt auch noch die Betriebs- und Instandhaltungskosten senkt.

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Die BASF-Stadt Ludwigshafen: 200 chemische Produktionsbetriebe, Hunderte Labors, Technika, Werkstätten und Büros bilden den größten Industriekomplex Europas.

Die BASF, der größte Chemiekonzern der Welt, betreibt in Ludwigshafen den größten Industriekomplex Europas. Auch die Sicherheitsstandards der BASF gehören zur Weltspitze. Im Bereich Fluid-Handling bedeutet das in der praktischen Umsetzung: Seit Jahren werden Trocken- und Nottrennkupplungen Armaturen und Sicherheitstechnik der Marke ,RS‘ eingesetzt – so auch in der Deka-Fabrik, einer Anlage zur Herstellung von Zwischenprodukten.
Die Notwendigkeit der Einbindung dieser Sicherheitstechnik ergibt sich aus den technologischen Abläufen:  In den Anlagen werden häufig mehrere Produkte und Produktvarianten hergestellt (multi-purpose). Dies erfordert  flexible Anpassung und Leitung der Medienströme und somit häufige Anpassungen des Leitungssystems. Dort, wo dies nicht über Ventile erreicht werden kann, stellen Schlauchleitungen zwischen den einzelnen Anlagenteilen flexible Verbindungen her. In der Folge muss  häufig gekuppelt werden, da viele verschiedene Medien im häufigen Wechsel auf verschiedene Schlauch- und Rohrleitungssysteme zugreifen müssen. Jeder Kupplungsvorgang jedoch unterbricht notwendigerweise den Prozess. Als in der Deka-Fabrik noch ausschließlich herkömmliche Flanschverbindungen eingesetzt wurden, war das ein Problem: Die Flansche zu lösen und wieder zu verbinden bedeutete auch bei Einsatz routinierter Mitarbeiter eine Unterbrechung des Produktionsprozesses von mindestens zehn Minuten.
Im Interesse eines durchgängigen Prozesses sollten diese Zeiten deutlich verkürzt werden – eine Aufgabe, bei deren Lösung einiges an  Lehrgeld bezahlt wurde. Nach monatelangen Tests mit verschiedenen Alternativen fiel dann in der Deka-Fabrik die Entscheidung, von Flanschen auf ein Schnellkupplungssystem umzustellen. Aus Sicherheitsgründen wurde unter den Schnellkupplungen eine Trockenkupplung gewählt – und zwar eine TR von RS.
Diesem ersten Schritt zu mehr Sicherheit vor Leckage folgte ein zweiter Schritt zu mehr Sicherheit vor falschen Verbindungen. Die Herausforderung: Durch die Tanks, die Rohr- und Schlauchleitungen strömen kritische Medien, etwa die sehr geruchsintensiven Amine. Besonders problematisch ist dabei die unbeabsichtigte Vermischung von Aminen und Nichtaminen. Als eine erste, richtige Maßnahme erfolgte eine farbliche Markierung:  Amine grün und Nichtamine blau. Aber erst die mechanische Codierung der Vater- und Mutterteile der TR, also die Anwendung des Schlüssel-Schlüsselloch-Prinzips – verhindert jetzt eine Vermischung zuverlässig. Das ist ein weiteres erhebliches Sicherheitsplus sowohl für die Mitarbeiter als auch den Arbeitsprozess und die Anlage.

Die Ausrüstungen

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Vorteile der TR-Verbindung: schneller, effizienter, sicherer und mit weniger Kraft.

Trockenkupplungen und Nottrennkupplungen
Trockenkupplungen bestehen aus zwei Kupplungshälften mit je einem Absperrventil. Die Kupplungshälften werden über einen Kurvenscheiben-Mechanismus fest verbunden. In diesem Zustand sind in beiden Armaturenhälften die vorhandenen Ventile geöffnet und ermöglichen den vollen Durchfluss. Beim Öffnen schließen die Absperrventile in den Kupplungshälften und verhindern das Leerlaufen des Schlauches bzw. des Tankfahrzeuges. Anders als bei den offenen Flanschverbindungen ist also kein zusätzliches Schließen von Hähnen erforderlich, auch kein Entsorgen von Restmengen.
Das Kuppeln erfolgt im laufenden Betrieb, bei höchster Sicherheit vor Leckage oder Verdampfung. Nottrennkupplungen (auch Abreißkupplungen genannt) sind Sicherheitskomponenten. Sie werden in Verladeprozessen eingesetzt, um eine der größten Gefahrenquellen zu vermeiden: Die ungewollte und überproportionale Zugbelastung auf die Verladeleitung wie sie beispielsweise durch ein verfrühtes Losfahren von Lkws und Zügen. Dazu sind sie üblicherweise mit zwei Funktionen ausgestattet:

  • Ein definierter Trennmechanismus, der hinreichend weit vor der Belastungsgrenze anspricht und die Leitung zwischen der mobilen Einheit und dem Verladesystem trennt.
  • Eine spontane Verschlussautomatik für beide Trennstellen, um das Austreten der Medien zu verhindern.

Erhebliche mehr Sicherheit gab es auch im Verladebereich. Die an der Kesselwagenstation mündenden Rohrleitungen sind heute alle mit TR-Vaterteilen ausgestattet. Hier werden Schlauchleitungen angekoppelt, über die Chemieprodukte in Tankfahrzeuge oder Bahnkesselwagen gepumpt werden.
Früher kam es an dieser Stelle immer wieder zu Beschädigungen in der Betankungsperipherie, etwa wenn der Kesselwagen bewegt wurde, während die Beladung noch lief. Die ständigen Reparaturen erhöhten den Instandhaltungsaufwand. Entsprechend den hohen  Sicherheitsanforderungen wurde schließlich eine Lösung nach dem Prinzip der Nottrennkupplung gewählt.

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Markus Kerner, Anlagenfahrer, BASF: „Wer wie ich tagtäglich mit Chemikalien arbeitet, fühlt sich wohler in seiner Haut, wenn an Schnittstellen Sicherheitstrockenkupplungen von RS über Sicherheit und Gesundheit wachen.“

Die Entscheidung fiel hier auf die Nottrennkupplung ABV von RS in verschiedenen Nennweiten. Sie funktioniert nach dem Prinzip der Sollbruchstelle: Käme es also bei der Verladung zu einer Zugbelastung, etwa durch einen Kesselwagen, der durch Rangiervorgänge in Bewegung gesetzt wird, während der Verladeschlauch noch angeschlossen ist, würde die ABV kontrolliert die Leitung trennen. Gleichzeitig werden die beiden Trennstellen sicher verschlossen. Das schützt die Rohr- bzw. Schlauchleitung und ihre Armaturen vor Beschädigung und das Bedienpersonal bzw. die Umwelt vor unerwünschtem Austritt von Medien, falls ein Schlauch reißt. Der Verladebereich nutzt die ABVs schon seit längerer Zeit erfolgreich an der Kesselwagenstation.
So gelingt es, die Instandhaltungskosten spürbar zu senken und ,nebenbei‘ deutlich die Sicherheit für Mensch, Umwelt und Anlage zu erhöhen.

Kontakt:
RS Roman Seliger Armaturenfabrik
Tel.: 040 523064 11
www.rs-seliger.de

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