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EDITORIAL

Ausgabe 3/2015

am 24.04.2015 um 10:00 Uhr

Es lebe die Evolution!

In letzter Zeit ist viel von Revolution die Rede, speziell von der 4. Industriellen Revolution und Industrie 4.0. Inzwischen macht sich aber – im Verlauf der typischen Hype-Kurve – die Erkenntnis breit, dass es sich doch eher um einen evolutionären Vorgang handelt. Schließlich sind bei der Industrie 4.0 ISH Titelseite 3 2015keine „neuen Kräfte“ am Werk, wie es die Dampfkraft oder die Elektrizität waren. Die Industrie 4.0 setzt auf die Revolution der Informationsverarbeitung auf, die nach dem 2. Weltkrieg begann und deren Auswirkungen bis heute, bis zu Smartphone und Twitter, reichen. Auch die Algorithmen der Verkettung von Anlagen oder der Big Data Analyse gehen darauf zurück. Die Mathematiker sind halt ihrer Zeit immer ein wenig voraus. Deshalb ist heute öfter zu hören, dass „wir in Zukunft in der Instandhaltung immer ein paar Mathematiker benötigen werden“. Das dürfte stimmen.

All das ist jedoch kein Grund zur Traurigkeit, eher im Gegenteil: Auch langsamere und überschaubare Entwicklungen können sehr positive Resultate erzielen. Zudem sind sie besser abschätzbar als revolutionäre Auf- und Abschwünge und lassen sich damit effektiv nutzen. Sie bilden auch meist Rückkopplungsschleifen, was ihre Wirksamkeit am Ende stark erhöht oder sie wenigstens gut steuerbar macht.

Eine solche Schleife ist etwa die Rückkopplung der Informationen aus technischen Anlagen, die mit verbesserten Mitteln der Datenerfassung und der Kommunikationstechnik verstärkt zu den Herstellern erfolgen kann – und wird. Stichworte dafür sind etwa „Remote Services“ oder „Smart Services“ auf Grundlage von Herstellerdokumentation. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass anstelle von „Instandhaltung“ häufiger der Terminus „Service“ gebraucht wird – stammt der Ausdruck doch ursprünglich aus dem Portfolio der Anlagenhersteller.

 
 
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