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Editorial

Ausgabe 8/2013 – Sonderausgabe Markt

am 12.12.2013 um 08:00 Uhr

Humorist, Politiker oder Physiker?

Prognosen sind schwierig – besonders dann, wenn sie die Zukunft betreffen. Diese Erkenntnis wird unter anderem Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill, Instandhaltung Markt 2014Niels Bohr und Kurt Tucholsky zugeschrieben. Dabei ist die Unbestimmtheit der Quelle interessant und vielsagend: Handelt es sich beim Erst-Autor nun um einen Humoristen, einen Dichter – oder um einen Politiker? Vielleicht war es gar der große Physiker Niels Bohr, der sich so tiefschürfend mit den Problemen der Quanten-Unbestimmtheit auseinandergesetzt hatte?

Aber dieses Problem der Vorhersagen gilt doch wohl nur in der Quantenwelt, eventuell auch nur bei größeren Zeiträumen? Sicherlich lassen sich doch die Trends aus der Vergangenheit zumindest in die nähere Zukunft extrapolieren, oder? Inzwischen steht auch das im Zweifel: Zu abrupt sind die Kurswechsel der Entwicklung in der Technik. War gestern noch die Verstärkerröhre das letze Wort der Moderne, so folgten ihr mit atemberaubender Geschwindigkeit der Transistor, dann der Microchip mit Millionen Transistoren. Vielleicht kommt schon morgen der Quantencomputer – ein Gerät, dessen Funktion bestenfalls Bohr hätte erklären können.

Nun fragen Sie sich natürlich, wozu ich diese Wissenschafts-Technik-Philosophie in einem Fachmagazin für bodenständige Leute aus der Industrie ausbreite? Ehrlich gesagt ist es eine Begründung, warum ich in dieser Ausgabe unseres Fachmagazins Berichte über Vorhandenes und Prognosen zu Trends und Entwicklungen einfach nebeneinander gestellt habe. Die Interpolationen und Vorhersagen überlasse ich Ihnen. Sie können das wahlweise humoristisch, politisch oder physikalisch angehen. Ich argwöhne jedoch, es kommt alles ganz anders, als wir denken. Vielleicht haben die Industrie 4.0-Propheten ja doch recht? Vielleicht taucht nach der Informationstechnologie etwas ganz Neues auf? Es bleibt jedenfalls spannend.

 
 
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