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Ausgabe 4 / 2017

am 12.06.2017 um 08:00 Uhr

Yogi Berra, wir und die Digitalisierung

Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war: Dieses Zitat des Baseball-Spielers und berühmt-berüchtigten Sprüche-Erfinders Yogi Berra war vor einem halben Jahrhundert durchaus als Stoßseufzer gemeint. Ganz sicher ist das allerdings nicht, denn bei Berra blieb immer ein Rest Unbestimmtheit darüber, was er nun wirklich ausdrücken wollte. Vielleicht sind seine Erkenntnisse gerade deshalb in unseren etwas intransparenten Zeiten so hilfreich?

instandhaltung 4/2017 Titelseite

Es könnte ja schließlich auch sein, dass Berra das ganz positiv gemeint hat, so im Sinne von: Die Zukunft wird viel besser, als die Vergangenheit je war. Das entspräche auch dem heutigen Zeitgeist, etwa der Suche nach “disruptiven” Lösungen für viele Probleme unseres Lebens mithilfe der Digitalisierung. Ich finde, allein der Ausdruck “disruptiv” schreit direkt nach einer solchen Interpretation.

Dafür, dass ich solche tiefgründigen Überlegungen anstelle, gibt es natürlich einen einfachen Grund: Ich versuche, mir den Abschied vom Leben als Chefredakteur des Fachmagazins “Instandhaltung” plausibel zu machen. Dazu benötige ich natürlich Sprüche, die nicht nostalgisch sind – oder sich wenigstens optimistisch interpretieren lassen.

Eine solche Zweideutigkeit hilft mir, ehrlich gesagt, einen gewissen Neid zu beherrschen, wenn ich darüber nachdenke, was ich versäume. Die Zukunft wird zweifellos ganz schnell ganz anders werden, als wir uns das heute vorstellen. Dies hautnah mitzuerleben, ist eine Herausforderung und Verführung, die sich Ihnen allen bietet.

Und mir? Ich stehe vor einer Aufgabe, die sich heute uns allen stellt: Ich muss mich neu erfinden. Das ist essenziell, denn schon Yogi wusste: If you don’t know where you’re going, you’ll wind up somewhere else – Wenn du nicht weißt, wo du hinwillst, wirst du wahrscheinlich nicht dort ankommen.

Hoffen wir also, dass wir alle in nächster Zukunft neue Wege und Lösungen finden im disruptiven Umfeld der Digitalisierung – und mithilfe unserer in der Vergangenheit erworbenen Erfahrungen.

Meine eigenen verdanke ich zu großen Teilen Ihnen, meinen Lesern und Partnern in 15 Jahren als Redakteur unseres Fachmagazins. Für all die guten Erinnerungen möchte ich mich bedanken und Ihnen – und vor allem auch meinem Nachfolger Martin Droysen – viel Glück, Erfolg und Spaß bei der Lösung der künftigen Aufgaben wünschen.

 
 
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