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Editorial

Ausgabe 3/2013

am 06.05.2013 um 12:44 Uhr

Gute und schlechte Nachrichten

Die schlechte Nachricht zuerst: Industrie 4.0 wird zwar kommen – allerdings nicht vor 2025! Das jedenfalls ist ein Ergebnis des neuen VDE-Trendreports, einer Umfrage des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik unter den 1.300 Mitgliedsunternehmen und Hochschulen. Acht von der Befragten sehen dies so. Nur eine Minderheit (zwei von zehn) glaubt an eine frühere Realisierung.

Ein solcher Zeithorizont ist natürlich etwas demotivierend. Das gilt speziell für eine Branche wie die Instandhaltung, deren Personal infolge langer Ausbildungswege älter ist als der Durchschnitt der Mitarbeiter in der Produktion oder in der IT. Da stellt sich doch die Frage: Werden wir das wirklich noch erleben? Schließlich neigen Prognosen dazu, übertrieben optimistisch auszufallen. Das gilt nicht nur für Bahnhofs- oder Flughafenprojekte. Sollten wir da vielleicht für die Instandhaltung, die der Entwicklung in der Produktion nachgelagert ist und damit etwas „nachhinkt“, noch ein Jahrzehnt dazugeben? Hinzu kommt, dass 47 Prozent der Befragten meinen, die Hochschulen sind auf Industrie 4.0 nicht gut vorbereitet. Es wird also auch an qualifiziertem Nachwuchs mangeln.

Was ist dann aber die gute Nachricht? Ich denke, das ist ein weiteres Ergebnis des VDE-Trendreports: Vier von zehn Befragten glauben, Industrie 4.0 werde einen wichtigen Pfad zur Re-Industrialisierung Europas eröffnen. Damit ist zwar der Anteil der Optimisten nicht eben beeindruckend groß – aber immerhin!

Schließen wir uns also diesen Optimisten an und machen wir aus der Not eine Tugend: Wir haben noch etwas Zeit, uns auf das Kommende vorzubereiten. Diese Zeit gilt es zu nutzen. Welche ersten Initiativen und Ideen es dazu gibt, erfahren Sie übrigens in mehreren Beiträgen dieser Ausgabe.

 
 
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