Interview

Experten-Wissen und Erfahrung trotz Digitalisierung wichtig

Mit seinem Fachvortrag “Der Mensch in der Smart Maintenance – Mittendrin statt nur dabei?” ist Prof. Dr. Lennart Brumby von der DHWB Mannheim auf der Konferenz ‘Smart Maintenance’ vom 12. – 13. September in Stuttgart vertreten. Im Vorfeld zur Veranstaltung hat die Instandhaltung drei Fragen an ihn gestellt.

Lennart Brumby

Prof. Dr. Lennart Brumby, Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim – Bild: DHBW

Professor Brumby, welchen Stellenwert haben etwa Augmented Reality und Condition Monitoring in der Instandhaltung heute und in Zukunft?

Beide Technologien werden die Instandhaltung der Zukunft maßgeblich prägen. Während Condition Monitoring heute schon in vielen Unternehmen praktiziert wird, steht Augmented Reality erst am Anfang der praktischen Anwendung. Hier sind oftmals noch umfangreiche Vorarbeiten zur Digitalisierung der Instandhaltung zu tätigen. Condition Monitoring wird die Basis für ein Predictive Maintenance darstellen, mit dem die meisten Störungen im Vorfeld erkannt werden können. Das Augmented Reality wird in Zukunft dafür sorgen, dass sämtliche benötigten Informationen für den Instandhalter vor Ort anschaulich bereitgestellt werden.

Wie sind das Wissen in den Köpfen der Instandhalter und Wissensmanagementsysteme miteinander vereinbar? Konkret der Wissenstransfer in automatische Systeme.

Im Zuge der Digitalisierung wird wieder versucht werden, auch das Wissen der Instandhalter in IT-Systemen abzubilden. Aber nicht jedes implizite Wissen der Instandhalter lässt sich explizieren, also in Datenbanken speichern. Ich glaube, dass das Know-how  und die Erfahrung der Instandhaltungsexperten weiterhin eine wesentliche Rolle in Zukunft spielen werden, auch wenn mehr und mehr Wissensinhalte in digitalisierter Form zur Verfügung stehen werden.

Wie viel Standardsierung benötigt die Instandhaltung auf dem Weg der Digitalisierung zur Smart Maintenance?

Es besteht kein Zweifel, dass Standards und Normen ein wichtiger Grundpfeiler der Industrie 4.0 und auch der Smart Maintenance sein werden. Die Vernetzung der verschiedenen Systeme wird nur dann möglich sein, wenn entsprechende Standards berücksichtigt wurden. Auch für die gewünschte Zusammenarbeit zwischen den Betreiber, den Anlagenherstellern und dem Industrieservice ist es erforderlich, dass zu Begriffen, Prozessen und Konzepten ein einheitliches Verständnis besteht. Normen und Standards werden hierfür unverzichtbar sein. md/nh

Zur Person

Prof. Dr. Lennart Brumby ist als Fach-Referent auf der 3. Konferenz ‘Smart Maintenance’ in Stuttgart vor Ort. Seit 2011 als Professor an der DHBW Mannheim in der Fakultät Technik tätig, obliegt Lennart Brumby die Studiengangsleitung “Service-Ingenieurwesen”. In seiner Funktion hält er Vorleseungen in den Studiengängen Projekt Engineering, Mechatronik, Wirtschaftingenieurwesen und Maschinenbau.

 
 
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