Ausgabe 2 / 2017

Schicksalsjahre und der „große Retrofit“

Nicht selten findet sich auch heute noch die Begriffskombination „Wartung und Instandhaltung“, etwa in Werbetexten oder Fachartikeln. Das ist laut DIN 31051 nicht korrekt, denn Instandhaltung ist der Oberbegriff, dem Inspektion, Wartung und Instandsetzung untergeordnet sind.

ISH Titelseite 2/2017 200Allerdings ist dieser Fehler psychologisch interessant. Wartung und Instandsetzung werden hier als allgemein und selbst-verständliche Komponente der Instandhaltung angesehen. Inspektion als ein etwas abstrakter Begriff bleibt außen vor, und Verbesserung/Modernisierung sind wiederum zu weit greifend. Übrigens wurde die „Verbesserung“ erst 2012 in die DIN aufgenommen.

Was aber wird aus all den schönen Begrifflichkeiten, wenn die Industrie 4.0 so richtig in Fahrt kommt? Darüber denken natürlich kluge Köpfe beim DIN und in den europäischen CEN-Normungsausschüssen scharf nach. Allerdings steht derzeit die Frage, ob sie auch schnell genug denken – oder ob die Entwicklung der Digitalisierung sie einfach überrollt. Die nächsten Jahre werden das zeigen.

Aber Norm hin, Standard her –  mit Aufnahme der „Verbesserung“ in die  DIN 31051 wurde im „Schicksalsjahr 2012“ eine ganz wichtige Entscheidung gefällt: Die Instandhalter sind jetzt auch für „Retrofit“ verantwortlich. Dieser Begriff ist zwar nicht genormt, und selbst sein grammatisches Geschlecht ist unklar – aber er umschreibt am besten, was gerade jetzt zu tun sein wird: die Aufrüstung vorhandener Produktionsanlagen für Industrie 4.0.

Bei diesem „großen Retrofit“ spielt die Instandhaltung die zentrale Rolle, schon deshalb, weil hier schon immer die wichtigsten Informationsströme zusammen liefen.

In diesem Zusammenhang soll es erstmals auch möglich werden, den konkreten Beitrag der Instandhaltung zur Wertschöpfung des Unternehmens auszuweisen. Beim Fraunhofer Institut IML in Dortmund wird derzeit eine neue  ACATECH-Studie vorbereitet, die diese „historische Chance“ von Instandhaltung und Industrieservice als eine Basis der  Industrie 4.0 darstellen soll. Dazu suchen die Dortmunder übrigens noch Mitstreiter. Näheres dazu auf unserer Webseite.

Und wir hoffen, dass daraus bereits ein interessanter Vortrag für unsere „3. Konferenz Smart Maintenance“ am 12. und 13. September im Stuttgart entstehen wird. Weitere Referenten für diese Veranstaltung sind übrigens noch willkommen.

 
 
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