Editorial
Ausgabe 5/2010
Warum kein DIAM?
Das alljährliche ,Sommerloch‘ bietet die Gelegenheit, in liegengebliebenen umfangreicheren Unterlagen zu blättern und über einige der darin behandelten Fragen einmal in Ruhe nachzudenken. Die Unterlage, die ich mir an diesem heißen
Julitag vornehme, ist der Tagungsband der EUROMAINTENANCE, die im Mai stattfand. Dort liefen viele Veranstaltungen parallel, so dass ich es nicht schaffte, die Vorträge zum Thema ,Asset Management‘ zu besuchen. Das empfand ich als schmerzlich, denn in diesem Bereich habe ich Informationsbedarf. Mir scheint nämlich, dass der Begriff unscharf ist und im deutschen Sprachraum anders interpretiert wird als im englischen. Die englischsprachige Konferenz bot da einige Vergleichsmöglichkeiten, zumal es sogar Vorträge von den ,Erfindern‘ gab, Mitarbeitern des IAM, Institute of Asset Management in Bristol/UK. Einige davon sind in den Tagungsunterlagen ausführlich abgedruckt. Ich werde schnell fündig, und zwar im Vortragsmanuskript eines – natürlich – Briten, Andrew Sharp. Seine Definition: „Asset Management is the optimal life cycle management of physical assets to achieve the stated business objectives“, also die optimale Nutzung von Ausrüstungen zur nachhaltigen Umsetzung wirtschaftlicher Vorgaben. Es folgt noch eine ebenfalls nicht uninteressante Erläuterung: „It combines engineering and mathematical analysis with sound business practice and economic theory.“ Es verbindet Ingenieurstätigkeit und mathematische Untersuchungen mit gesunder Geschäftspraxis und Wirtschaftslehre. Das ist also mehr als ,nur‘ Instandhaltung, und ein Thema, über das im Weiteren nachzudenken sein wird: Was verstehen wir in Deutschland unter Asset Management? Und wieso eigentlich gibt es hierzulande zwar eine ganze Reihe von Organisationen und Verbänden im Bereich der Instandhaltung, aber kein ,DIAM Deutsches Institut für Asset Management‘?




