Editorial
Ausgabe Juni/2010 – Sonderheft Retrofit
Lösungen für Arme?
Es ist sicherlich kein Zufall, dass in diesem Krisenjahr 2010 eine zweite internationale Messe für Gebrauchtmaschinen- und -Anlagen gegründet wurde. Neben der Resale, die von Karlsruhe nach Stuttgart umzieht, wird es künftig noch die
Usetec in Köln geben. Das heißt: Der Markt für kostengünstige Gebrauchtanlagen boomt, nicht zuletzt auch in Deutschland.
Noch stärker kostendämpfend und oft effektiver als die Anschaffung einer Gebrauchtmaschine anstelle einer Neu-investition ist jedoch in vielen Fällen die Instandsetzung und Modernisierung der vorhandenen Anlagen, neudeutsch als Retrofit bezeichnet. In der DIN 31 051 wird dafür der verständlichere Terminus „Anlagenverbesserung“ benutzt.
Bei Retrofit-Verbesserungen geht es somit darum, mit möglichst geringem Investitionsaufwand Probleme zu lösen. Das kann im einfachsten Falle die Erneuerung physisch verschlissener oder veralteter Bauteile bedeuten. Aber so richtig interessant wird es erst dann, wenn das Ziel weiter gefasst wird, etwa in Form von Anpassungen an neue Fertigungslinien oder zur Senkung des Energieverbrauches. Genau solche Aufgaben sind immer häufiger der Ausgangspunkt für Retrofit-Projekte.
Damit wird klar: Bei Retrofit geht es meist nicht nur um kostengünstigen Ersatz vorhandener Ausrüstungen, sondern zunehmend um auch um weiter gesteckte Ziele. Und das heißt auch: Retrofit ist keine Lösung für Arme, sondern für Pfiffige.
Beispiele dafür, welche Anlagenververbesserungen nutz- und gewinnbringend sind, finden Sie in dieser gemeinsamen Sonderausgabe der Fachzeitschriften
Instandhaltung und antriebspraxis. Die Redaktionen beider Publikationen haben sich zu diesem ,Verbesserungsprojekt‘ zusammengetan, weil gerade im Bereich der Antriebe Retrofit-Aktivitäten besonders anspruchsvoll – und besonders nutzbringend sind.
Wir hoffen, dass auch Sie von diesen Erfahrungen profitieren werden.




