Wärmemengemessung
Neues Kalibrierungsverfahren
In Deutschland werden nach Schätzungen von Experten jährlich Kosten für Fernwärme in Höhe von über fünf Milliarden Euro abgerechnet. Und trotzdem: Derzeit gibt keine Verpflichtung, die Wärmemengenzähler für
Wärmeleistungen oberhalb von 10 Megawatt regelmäßig zu kalibrieren, da es bislang kein geeignetes technisches Verfahren gab. Energieversorger ebenso wie Großkunden laufen damit Gefahr, durch Messfehler jährlich Beträge im sechsstelligen Bereich zu verlieren. Experten des TÜV schätzen, dass in Deutschland jedes Jahr mehrere 100 Millionen Euro durch Messfehler falsch abgerechnet werden.
Die Ursachen für die fehlerhaften Zählungen sind vielfältig: Fehler beim Einbau, die Kalibrierung beim Hersteller des Mengenzählers unter anderen Bedingungen, lange Einsatzzeiten von über zwanzig Jahren, Ablagerungen oder Abrieb im Zähler sowie die mangelnde Auslegung und Dimensionierung der Messstelle sind die Grundlage für Messungenauigkeiten.
Zur Beseitigung der Probleme hat TÜV Rheinland in Kooperation mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und den beiden auf Laser-optische Messtechniken spezialisierten Unternehmen ILA GmbH sowie Optolution GmbH ein neues Verfahren zur Kalibrierung entwickelt.
Besonders vorteilhaft ist, dass mit dem neuen Verfahren die Kalibrierung im laufenden Betrieb erfolgen kann. Zudem ist es ist durch die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt anerkannt und entspricht allen relevanten Rechtsgrundlagen und Richtlinien, wie beispielsweise der Messgeräterichtlinie 2004/22/EG, der Eichordnung, der DIN EN 1434 Wärmezähler und den PTB Prüfregeln. Die dabei angewandte Anbohrtechnik wurde unter Betriebsbedingungen bereits tausendfach erprobt und gilt, genau so wie die eingesetzte Messtechnik als ausgereift.
Das Verfahren eignet sich besonders für schwer zugängliche Messstellen und Messgeräte, die nur mit hohem Aufwand freigeschaltet, entleert und getauscht werden können. Messungen erfolgen an typischen Rohrdurchmesser ab DN 150 bis über DN 1000 bei Betriebsdrücken von bis zu 40 bar und Temperaturen bis zu 150°C.




